Hilfsmittel

Start
Die Praxis
Therapien
Fotos
Kontakt
Impressum
Linie_schw_rot_wa
© Copyright 2008, m. zimmer      praxis für ergotherapie. Alle Rechte vorbehalten. Hinweise, Kommentare an den Site-Editor

 

Die Hilfsmittelberatung


 
Hilfsmittel sollen dem behinderten oder kranken Menschen helfen, möglichst
unabhängig von fremder Hilfe verschiedene Tätigkeiten und Aufgaben des täglichen
Lebens in seinem persönlichen, familiären, und beruflichen Bereich durchführen zu
können. Hobbys und bevorzugte Freizeitaktivitäten werden dabei berücksichtigt.
Macht die Schwere der Erkrankung das Erreichen der Selbständigkeit unmöglich, so
sollen adaptive Maßnahmen (Hilfsmittel) zumindest eine Erleichterung für den
Patienten selbst und eine Unterstützung der ihn betreuenden Personen darstellen.
 
Wir als Ergotherapeuten sind Anleiter und Berater. Unsere Arbeit soll dazu
beitragen, dass der Patient die noch vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten
bestmöglich einsetzen kann, um so ein selbstbestimmtes, möglichst unabhängig von
fremder Hilfe gestaltetes Leben führen kann.
 
Erreicht werden kann dies z. B. durch Änderung des Bewegungsverhaltens.
Entsprechend der Grundproblematik/störung erarbeiten wir eine Änderung dieses
Verhaltens. Man unterscheidet dabei das Funktions- und das Kompensationstraining
zum Beispiel bei einem Schlaganfallpatienten:
 
Funktionstraining bedeutet:

Verbesserung der Bewegungsfunktionen, zum Beispiel werden Techniken aufgezeigt ein Hemd,                Pullover selbständig anzuziehen.
 
Kompensationstraining bedeutet:

Man übt auch Rumpfbeugungen, Rumpfrotationsbewegungen des Oberkörpers, des Sitzgleichgewichts, und so weiter, also Bewegungen, die mit dazu beitragen, dass die gesamte Handlung des Anziehens
erfolgreich und sicher ablaufen kann.
 
Änderung des Arbeitsverhaltens

Oft ist das Ändern des Arbeitsverhaltens eine wichtige Maßnahme. Dabei spielen die
Planung der zu erledigenden Aufgabe, Analyse der Inhalte und Ablauf der Handlung,
Prinzipien der Arbeitserleichterung eine große Rolle. Ein wichtiger Aspekt ist
auch die ergonomisch richtige Arbeitsplatz-Gestaltung, sowie der Einsatz der
physiologisch richtigen Bewegungen. Das Verwenden der arbeitsgerechten Materialien
und Werkzeuge, die entsprechende Vorbereitung und die Funktionstüchtigkeit der
Werkzeuge sind ein ebenso nicht zu unterschätzender Beitrag, damit ein
Arbeitsablauf korrekt und ohne Komplikationen durchgeführt werden kann. Eine
anschließende Reflexion über die durchgeführte Tätigkeit hilft, Verhalten ändern
und verbessern zu können.
 
Hilfen für den Alltag

Grundsätzlich werden bei der Hilfsmittelversorgung die Wünsche und Ziele des
Patienten mit berücksichtigt, aber auch auf Vorstellungen von Angehörigen und
sonstigen Helfern wie bsw. eines ambulanten Pflegedienstes wird eingegangen. Wir
arbeiten seit Jahren sehr eng mit unserem Kooperationspartner
Sanko, dem
Sanitätshaus Kobbe in Kandel zusammen. In schwierigen Fällen kann  dieser Partner
auch vor Ort mit in den Entscheidungsprozess eingebunden werden.
 
Der Sinn eines Hilfsmittels soll sein:

Sicherheit zu verleihen (z. B.Haltegriffe in der Toilette, Bad , Antirutschunterlagen)
 
Ersatz zu sein für fehlende Beweglichkeit (zum Beispiel Rollstuhl, Badelift
etc.) oder Sinnesfunktionen (Zusätzliche Lichtsignale bei Hörbehinderung für das
Läuten an der Türe oder des Telefons)
 
Funktionsersatz (Geräte zum Treppensteigen, Technische Hilfen, die Geräte
bedienen) oder Erleichterung (Strumpfanzieher bei Problemen in der Kniebeugung und
Hüftbeugung)
die Förderung sensomotorischer Erfahrungen zur Linderung von Schmerzen (zum
Beispiel Griffverdickungen) und als Kräfteersparnis (etwa Duschhocker, Rutschbretter)
 
Es gibt die unterschiedlichsten Anbieter und Hersteller von Hilfsmitteln. Wir
beraten bei der Anschaffung und schulen sie und ihre Helfer in deren Gebrauch. Auf
Grund unserer Ausbildung und langjähriger Erfahrung im Umgang mit Materialien
stellen wir viele Hilfsmittel auch selbst her beziehungsweise finden Lösungen, um
kommerzielle Hilfsmittel entsprechend den Bedürfnissen des Patienten anzupassen.
 
Wohnungsadaptierung

Ein Unfall oder bsw. ein Schlaganfall machen oft eine Anpassung der Wohnung an die
neuen Bedürfnisse notwendig. Insbesondere dann wenn der Betroffene in seiner
gewohnten Umgebung verbleiben will, was in den meisten Fällen auch für die weitere
Rehabilitation nur förderlich ist. Wir können in diesen Fällen als Berater agieren
und bei der Adaptierung der Wohnung Hilfestellung geben.  Des weiteren können wir
im Rahmen eines Hausbesuchs Problemzonen in der Wohnung feststellen, Risiko- und
Sicherheitsaspekte überprüfen und Anregungen zu deren Beseitigung liefern.Bei
diesem Hausbesuch sollen alle für einen problemlos ablaufenden Tagesablauf
notwendigen Tätigkeiten erhoben, ausprobiert und eventuelle Schwierigkeiten
festgestellt werden. Dabei werden Vorlieben und Gewohnheiten von Patient und
Angehörigen berücksichtigt.
 
Grundsätzliche Überlegungen bei der Wohnungsadaptierung:

Wie ist die Erreichbarkeit der Wohnung (Treppen, einzelne Stufen, Bodenverhältnisse, Schwellen; Zugänglichkeit durch Lift, und so weiter)?
 
Können alle Räume benützt werden - der Balkon, die Toilette, das Badezimmer
(Türbreite, Schwellen, Platzverhältnisse spielen hier eine Rolle)? Wie sind die
Platzverhältnisse in Bezug auf die Nutzung der Räume? (Wo kann, wenn benötigt, das
Pflegebett hingestellt werden, wo der Rollstuhl, wie kommt der Patient mit einer Gehhilfe zurecht?)
 
Wie ist die Erreichbarkeit von Gegenständen (Telefon, Fernbedienungen,
Lichtschalter, Toilettenspülungen, Wasserhähne)? Kann der Patient selbstständig
sein (Dusche, Bad - welche Liftermodelle kommen aus Platzgründen in Frage; Toilette, Küche)?
 
Ist der Patient sicher (Teppiche, Türschwellen, Boden und Lichtverhältnisse es wird zum Beispiel auch an den nächtlichen Toilettengang gedacht; sind Haltemöglichkeiten vorhanden)?
 
Kann der Betroffene mit der Haustechnik umgehen (Türen öffnen, Lichtschalter und Jalousien bedienen, den Müll beseitigen)?
 
Beratung und Anleitung von Angehörigen und Betreuungspersonen

Angehörige können die therapeutischen Ziele unterstützen und fördern, wenn sie
über das Therapiegeschehen informiert sind. Es ist daher wichtig, sie über Inhalte
und Fortschritte bei der Therapie zu informieren und sie über Maßnahmen zu
instruieren zum Beispiel richtigen Transfer, die Benützung und Wartung eines
Hilfsmittels und so weiter. Durch viele neu erlernte Fähigkeiten wird die
Betreuung des Patienten erleichtert.
 
Eine Information der Angehörigen ist auch wichtig, damit nicht weiterhin geholfen
wird, wo keine Hilfestellung mehr notwendig ist, sondern die Hilfe dazu beitragen
würde, den Patienten unselbständig zu halten. Dabei muss allerdings oft auch
thematisiert werden, dass alle Beteiligten die richtige Einstellung zu adäquater
Hilfe haben. Oft entsteht ein Konflikt, weil der Kranke weiterhin die Hilfe
fordert und er die durch die Therapeutin angeregte Unterlassung der Hilfeleistung
als eine Verweigerung des Angehörigen ansieht. Das Einbeziehen der Angehörigen ist
speziell bei eigenverantwortlichen, mündigen Patienten immer vom Einverständnis
des Patienten abhängig. Oft ist es jedoch eine Erleichterung für Angehörige, wenn
auch sie ihre Position und die Bürde ihrer Mitbeteiligung und Mitverantwortung
verbalisieren können.
 
Der Therapeut sieht sich als Wegbegleiter, der seinem Klienten sein fachliches
Wissen anbietet und versucht, ihm zu helfen, Fähigkeiten und Fertigkeiten
einzuüben. Diese können motorische, manuelle, sensible und sensorische, kognitive
und perzeptive Fähigkeiten sein, aber auch Fähigkeiten, die ihm neue Möglichkeiten
des emotionalen und verbalen Ausdrucks sowie der sozialen Integration eröffnen.